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    The Five Year Exodus - Episode 1

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    Jaeih Tairs
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    The Five Year Exodus - Episode 1

    Beitrag von Jaeih Tairs am Fr Okt 09, 2015 12:34 am

    Er rannte.

    Er rannte durch den dichten Wald und schnitt sich dabei seine Haut an den messerscharfen Blättern der vielen Bäume und Sträucher auf,
    welche beinahe den gesamten Planeten bedeckten. Doch bei seiner roten, feurigen Haut sah man nicht das reine Blut, welches aus den Wunden heraus rannte.

    Der einzige Gedanke, welcher ihn antrieb, war der Gedanke zu überleben. Denn er hatte gewählt zu überleben.
    Er musste die Frau finden, welche ihm vor ein einigen Minuten noch das Leben rettete.

    Er rannte weiter. So schnell er konnte. Denn er hatte gewählt. Nun musste er sie erreichen.

    Noch immer schossen ihm die Bilder durch den Kopf. Von der Begegnung von vor wenigen Minuten. Auch in dieser Erinnerung rannte er. Es gab nur wenige Erinnerungen, in denen er nicht rannte, seitdem das Sith-Imperium in die Knie gezwungen wurde. Er und ein anderer überlebender Akolyth rannten über ein freies Feld des tropischen Planeten, auf dem sie sich befanden. Vollkommen verschwitzt und voller Adrenalin, rannten sie, bis der Akolyth neben ihm einen unglücklichen Schritt machte. Mit einem mal zerfetzte es den Akolythen vollkommen von den Beinen aufwärts. Eine Druckwelle warf ihn zu Boden und aus dem Augenwinkel sah er, wie der andere Akolyth von der Explosion direkt unter seinen Beinen erfasst und in Stücke gerissen wurde. Es war ihm sofort klar, wo er sich befand. Innerhalb eines aktiven Minenfelds.

    Nach wenigen Sekunden hatte er wieder die Kraft, seine Lungen mit Luft zu füllen und er richtete sich langsam auf. Noch immer benommen durch die Wucht, welche ihn von den Beinen gerissen hatte, sah er sich nun um. Langsam und nacheinander enttarnten sich die Minen um ihn herum und zeigten ihre gefährliche, bedrohliche und gleichzeitig einfache, rundliche und schwarze Form. Er sah nun die Ausmaße des Feldes, welches vor wenigen Sekunden noch einen seiner besten Freunde umbrachte. Etwa Zehn Meter in jede Richtung erstreckten sich dutzende Minen. Sie spinnten ein dichtes Netz und ihm gingen die Ideen aus, was er tun sollte. Er war verzweifelt. Er wusste nicht wohin und der Schweiß wurde ihm über die Stirn getrieben im Angesicht der sicheren Todes. Jede Sekunde wurde zu einer Qual und er spürte seinen von Adrenalin getriebenen Herzschlag in der Brust. Es wurde zu einem unerträglichen Pochen, welches er bis hoch in seinem Kopf spürte, als er aufgab.


    Und dann passierte es. Ein dünner, zylindrischer Gegenstand flog hoch durch die Luft und landete direkt vor seinen Füßen. Es surrte in regelmäßigen Abständen laut auf und machte auf sich aufmerksam. Der Reinblüter wurde direkt aus seinem 'Frieden' gerissen und sah vollkommen verwirrt vor seine Füße, als die laute, jedoch sanfte und Hoffnung bringende Frauenstimme zu sprechen begann.

    "Deine Chancen zu überleben sind etwa Eins zu Eintausend! Also tust du folgendes: Du vergisst die Tausend und konzentrierst dich auf die Eins!"
    Die Worte hallten durch den Nebel und der Sith sah sich um.
    "Heb es auf!", sagte sie nun. Er verstand anfangs nicht. Er war noch immer in seiner Schockstarre und konnte sich nicht bewegen.
    "Ich sagte... Heb es auf!", forderte die unbekannte Stimme wieder. Nun dämmerte es ihm. Er zwang seine Muskeln dazu, sich zu bücken und griff nach dem Gerät vor seinen Füßen.
    "Das Gerät in deinen Händen erzeugt einen akustischen Korridor. Sodass wir sprechen können. Verstehst du das?", fragte die Stimme wieder. Er benötigte einen Moment, bevor er den Mund öffnen konnte und wirklich hörbare Worte herauskamen.
    "Ich... Ich glaube schon. Wo... seid Ihr?", fragte der Reinblüter mit seiner tiefen, jedoch derzeit zittrigen Stimme in das leere hinaus.
    "Ich bin etwa etwa Zwanzig Meter direkt vor dir. Kannst du mich sehen?", fragte sie. Der junge Sith formte seine Augen nun zu schlitzen und durchbrach mit seinem Blick langsam den Nebel. Sichtbar wurde eine ebenfalls junge Frau, etwa um die Zwanzig herum. Ihre Blauen Augen ruhten fest und standhaft auf ihm. Ihre Teint war etwas dunkler als normal, für einen Menschen und ihre Haare waren zurück gebunden zu einem kleinen Pferdeschwanz, während ihr eine einzelne, größere Strähne über das rechte Auge fiel. Trotz ihrer normalen Körpergröße reichte ihr schwarzer, relativ modern wirkender Mantel bis zu den Knien und hatte eine zurück geworfene Kapuze von einer Art schwarzen Hoodie darunter. Sie wirkte allgemein relativ einfach gekleidet. Die Frau war leicht in der Hocke und hatte ihre rechte Hand noch immer etwas ausgestreckt, als Folge von dem Wurf vor einigen Sekunden.
    "Wer.. seid Ihr?", fragte der junge Sith vorsichtig.
    "Oh, ich bin bloß jemand auf der Durchreise. Ist nicht wichtig.", antwortete die Frau darauf. "Ich war auf der Suche nach einem Souvenir-Laden. Kennst du einen?", fragte sie, ohne ihre Stimmlage zu verändern. Es schien sogar ihr ernst zu sein.
    "Das hier ist kein Souvenir-Laden!", antwortete er nun, etwas verärgert.
    "Nein. Das hier ist ein Krieg. Ein schrecklicher. Das Zhakuul Imperium ist schon bis hier her vorgedrungen. Aber es gibt hunderte Kriege in dieser Galaxis. Ich verwechsle die immer.", antwortete sie nun direkt und beinahe gleichgültig.
    "Ich... ich verstehe nicht.", entgegnete der junge Sith wieder. Es war ihm deutlich zu viel, was hier passierte.
    "Oh, das tue ich auch nicht. Ich versuche nie zu verstehen. Das nennt man 'einen offenen Geist bewahren'." Sie lächelte nun warm und sanft.
    "Aber!", rief sie nun lauter. "Du musst nun eine Entscheidung treffen!"
    "Eine... Entscheidung?", stammelte er bloß wieder.
    "Überleben ist lediglich eine Entscheidung! Du musst dich bloß dazu entscheiden, dass du überleben wirst! Entscheide dich jetzt!" In ihrer Stimme war eine gewisse Standhaftigkeit. Eine Standhaftigkeit, welche er seit langem nicht mehr gehört hat. Sie brachte ihm Hoffnung.
    "Wenn... wenn ich mich bewege... detonieren die... Minen...", meinte er nun wieder, mit seinem Blick starr auf die dutzenden schwarzen Scheiben zu seinen Füßen gerichtet.
    "Ich sagte dir bereits... du hast eine Chance von Eins zu Eintausend!", sie atmete tief ein. "Aber diese Einzelne Chance ist alles, was du jemals brauchen wirst! Halte daran fest! Komm schon! Sag mir deinen Namen!"
    Er dachte nun heftig nach. Er sah keine Möglichkeit zu entkommen und doch hielt sie daran fest. Diese Gedanken hinderten ihn jedoch dann daran, ihr nun zu antworten. Deshalb wiederholte sie sich direkt.
    "Komm schon! Du kannst das! Vertraue in die Zukunft! Verrate mir den Namen des Jungen, der heute nicht sterben wird!"
    Sein Blick war weiterhin starr auf die Minen gerichtet. Er öffnete dennoch langsam seinen Mund wieder, um darauf einzugehen.
    "Neyel.... mein.. Name ist... Neyel..", stammelte er wieder und sah dann auf, um mit seinen Augen die Frau zu suchen. Sie war jedoch weg. Er drehte sich mehrmals im Kreis und suchte alles ab. Doch er fand sie nicht mehr. Der Ort, an dem eben noch die Frau stand, war nun leer. Als wäre sie vom Erdboden verschluckt worden. Er erzürnte nun. Er war allein gelassen worden.
    "Ich dachte, Ihr würdet mich retten!", rief er in die Leere des Nebels. "Ihr sagtet, Ich könne überleben!"
    Jedoch hallten diese Rufe nur zurück. Es folgte keine Antwort. Er spürte, wie seine Wut und sein Zorn seine Kraft schürten.


    Dies war das einzige, woran er sich erinnerte. Diese Frau gab ihm den Mut und den Zorn, sich zu befreien. Um zu überleben. Er traf seine Wahl und befreite sich. Nun galt es, die Frau zu finden. Er rannte weiterhin durch den dunklen Wald und verletzte seine Haut bei jeder Pflanze, welche er streifte. Angetrieben von nur einem Ziel: Die Frau zu finden, welche ihm das Leben rettete.

      Aktuelles Datum und Uhrzeit: So Nov 19, 2017 10:15 pm